Vorbereitung und die ersten Tage

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Als erfahrene Shilo Reisende kannten wir uns inzwischen ein wenig aus, glaubte wir wenigstens, wenn auch ein paar Jahre jeweils dazwischen gelegen haben. Die Unterbringung im Sport Hotel in Köln verlief reibungslos genauso wie der Flug der 8:45 h dauerte. Wir kamen rechtzeitig an. Vor der Landung noch eben kontrollieren, ob noch alles so war wie vor drei Jahren. Polo Park war auf jeden Fall noch dort, fraglich nur, ob er noch den gleichen Namen trägt. Da ich dieses Mal im Vorkommando unterwegs war, hoffte ich, bis meine Familie kommt, alles in Ordnung zu haben. Dieses war dann doch weit gefehlt, denn in Shilo wurde ich als Lediger geführt. Das wiederum hieß, ich sollte in A5. Das ist der Block für die Ledigen deutschen Soldaten. Das passte mir gar nicht, denn die Familie kommt im April hinterher. Unser Nachbar von 1993 war noch immer in der Base. Das bedeutete, dass wir uns häufiger trafen und uns unterhielten, oder Schach spielten, manchmal auch Beides. Das mit der Unterbringung klärte sich schon den kommenden Tag.

Heute ist der 17. Februar und bei den Kanadiern gibt es anlässlich des Karneval im Cannex Pfannkuchen. Scheinbar etwas ungewöhnliches, denn die Schlange bis zum Empfang war etwa eine halbe Stunde lang. Das hatten wir nicht erwartet und verzichteten deshalb auf diesen Genuss. Dafür widmeten wir uns den hinter dem Cannex ausgestellten Eissculpturen. Diese waren vor nicht allzu langer Zeit angefertigt worden.

Anschließend ging es zu dem Haus, das wir die nächsten Monate bewohnen sollten. Dieses Mal nicht an den Gleisen der Bahn. Ob wir uns daran gewöhnen können, das mussten wir noch abwarten. Dafür befand sich allerdings noch jede Menge Schnee im Garten. Genauso wie auf dem Weg nach Winnipeg. Ein ziemlich ungewöhnliches Bild, jedenfalls für uns, die wir den Winter noch nicht so richtig erleben durften hier im Norden. Das Auto welches wir dieses Jahr erstanden hatten, war gar nicht so schlecht. Ungewöhnlich war schon mal, dass kein Riss in der Windschutzscheibe zu sehen war. Das sollte sich aber während der ersten Fahrt nach Winnipeg ändern. Endlich ein gewohntes Bild mit einem kleinen Riss in der Scheibe. Über Nacht parkte ich an der Straße. Am Morgen klebte ein kleiner gelber Zettel an der Scheibe. „Overnight Parking on a snow route 65.-$.“ Das konnten wir schnell bei der nächsten Polizeistation klären. Darf aber nicht noch einmal passieren. Wieder zurück in der Base wurde überall der Schnee weggeschoben und in diversen Bereichen, wo er ruhig vor sich hin tauen kann, abgelegt. Es wurde also alles Mögliche getan um rechtzeitig in die Saison zu starten.

Auch bei Karl schien alles in bester Ordnung zu sein. Jedenfalls steht der Abschlepper bereit, um im Notfall sofort loszulegen. Selten sieht man Sonne und Mond gleichzeitig. Allerdings die Sonne nur als Spiegel in den Fensterscheiben. Eine gewisse Kälte kann man diesem Bild trotzdem bescheinigen. Genauso wie der Blick in die andere Richtung auf Brandon zu. Der Beleg für diese Kälte zeigte sich den kommenden Tag an den Fensterscheiben. Nur wer eine gute Heizung für sein Auto zur Verfügung hat und diese auch nach der Fahrt anschließt, der braucht am nächsten Tag nicht Karl oder eine sonstige Starthilfe. Es waren früh am Morgen so gegen sieben Uhr immerhin noch an einer windgeschützten Stelle über minus 30°C. Da hat so manche Autobatterie schon mit zu kämpfen. Jetzt war mir auch klar, warum so viele Fahrzeuge bei den Einkaufsmöglichkeiten mit laufendem Motor standen, ohne dass jemand darin saß.

Auch das Museum, und hier besonders der Außenbereich hatten sich die letzten Jahre überhaupt nicht verändert. Bei günstigen Lichtverhältnissen konnte man sogar den Sonnenuntergang am Ende der Schienen in Richtung Westen sehen. Inzwischen sind die Züge aus dem Osten des Landes in Manitoba eingetroffen. Endlich richtig was zu tun. Es konnten nicht alle an der Arbeit beteiligt werden, aber ein großer Teil erhielt endlich nach dem Winterschlaf, den man allerdings nur teilweise so nennen darf, denn auch im Winter ist reichlich zu tun, eine Aufgabe. Es galt die Fahrzeuge zu entladen, was allein mitunter ein großes Problem darstellte, denn nicht alle Fahrzeuge konnten sofort bewegt werden. Meist jedoch war es nur ein Spannungsproblem, was bei diesen Temperaturen allerdings verwundern durfte. Das erste Grillen in der TE war stand nicht unbedingt unter einem guten Stern. Der Grill dampft recht flott vor sich hin. Nur noch eine Frage der Zeit, wann die Feuerwehr wegen eines stillen Alarms hier wohl aufschlagen würden. Dauerte auch keine zehn Minuten, bis die Jungs da waren. In den nächsten Tagen war die Feuerwehr nochmals zu Gast. Dieses Mal roch es nach Gas. Die Jungs, die das kontrollierten, sagten uns dass das nicht so schlimm ist. Das gibt es häufiger. Na dann.


Natürlich ging es, obwohl noch Minustemperaturen herrschten, schon mal in den Riding Mountain Park. Ein kurzer Stopp im Old Hotel Café gehörte, gerade in diesen Tagen einfach dazu. Die Felgen passten sich sehr schön der Witterung an und im Cafe ging es so richtig rustikal zu. Ein unbedingtes Muss in dieser Gegend.


Wer hier nie Probleme mit den Bankkarten hatte, der hatte wohl keine. Besonders die erste Zeit rannte man häufiger als einem lieb war dorthin, um das zu melden und klären zu lassen. (Bankcard)
Das Frühlingsfest fand kurz nach dem Beginn dieser Jahreszeit statt. Über diesen Bereich kann man getrost hinweg gehen. Wie so ein Fest abläuft, das ist fast so uninteressant wie der tägliche Ablauf bei der Arbeit. In dieser Jahreszeit änderte sich die Landschaft rapide. Die Strommasten die im Winterhalbjahr, wahrscheinlich aber wohl schon länger, der Erdanziehung nachgaben, mussten jetzt auch gewechselt werden. Es galt nur noch die Drähte wieder an die entsprechenden Stellen zu bringen.

Die überall stehenden Getreidesilos wurden langsam entleert, denn für die neue Ernte brauchte man wieder jede Menge Platz. Beim Durchqueren der Ortschaft, ob zu Fuß oder mit einem Fahrzeug, konnte man schon so einige Dinge entdecken. Die Einfahrt von Süden zum Beispiel, da kam man gleich an der Shoppers Mall vorbei. Man konnte nicht sagen welcher Tag oder welche Uhrzeit gerade war, der Parkplatz war immer voll. Wenn man dann mal ein wenig später zurückkam, dann war an den Schienen eine Trafo Station, an der die Sonne mit einem Motiv im Vordergrund unterging.

Gerd

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