Sommertour 2/3 – Yellowstone National Park

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Die Entscheidung ist gefallen. Wir fahren weiter zum Yellowstone Park. Also dieses Mal nicht ganz so weit. Nicht einmal 1000 km, bis wir in West Yellowstone sind. Doch zunächst mussten wir den Highway entlang, bis wir unerwartet auf den Devils Tower stießen. Leider hatten wir keine Zeit, uns dieses Gebilde etwas näher anzusehen. Zudem störten uns die mehr als zehn Kilometer Schotterstraße bis dorthin. Als Wiedergutmachung sahen wir dafür einen Zug mit 5 Dieselloks. Es dauerte auch eine ganze Weile, bis wir an dem Gefährt vorbei waren. Dabei ist zu bedenken: wir mussten ihn nicht überholen, sondern wir fuhren jeweils in die andere Richtung.

Nachdem wir bisher wenige bis gar keine Hügel sahen, so wurde die Gegend zunehmend welliger bis bergig. Am Spätnachmittag trafen wir in West Yellowstone ein. Ohne uns lange mit Dingen zu befassen die für den morgigen Tag interessant sein könnten, wurde nur noch alles, was zu versorgen war, versorgt und wir gönnten uns dann die abendliche Ruhe. Die Planung für die nächsten Tage konnte warten schließlich würden wir hier auch noch ein paar Tage bleiben.

Der nächste Morgen hielt eine Überraschung für uns bereit. Es regnete, also brauchten wir uns um den Tagesverlauf keine allzu großen Vorbereitungsgedanken machen. Da blieb nur übrig was hier so in der Nähe zur Verfügung stand. Wir entschieden uns für die Bechler River Station. Das war nicht unbedingt das große Highlight, aber wir wollten es ja auch etwas ruhiger angehen lassen. Sollte jemand, der das liest, und sich auch die Bilder ansehen, so hat er recht, wenn ein paar Flecken auf den inzwischen fast 40 Jahre alten Dias zu finden sind. Jeder der einen Fleck findet, darf ihn behalten. Wir waren nicht die einzigen, die bei dem Wetter unterwegs waren. Das ältere Ehepaar aus Utah hat es auch bei diesem Wetter hierher verschlagen. So genossen wir das, was uns bei diesem Wetter geboten wurde und freuten uns schon auf den morgigen Tag. Der Wetterbericht jedenfalls versprach schon einiges.

Das Wetter ist prima, alle sind ausgeruht, sogar wir, die Eltern. Yogi Bär gibt auch grünes Licht. Die Wald-brandgefahr liegt bei durchwachsen. Aller-beste Voraussetzungen für eine neue Entdeckertour. Zunächst erst einmal alle fertig machen für den Tag. Der sicherlich von einigen Pausen unterbrochen werden musste. Aber das gehört dazu und sorgt für die nötige Entspannung. Das erste was wir sahen waren Hirsche, die sich durch den Madison River quälten. Entweder weil ihnen warm war oder sie auf der Flucht vor Wölfen waren. Konnte uns eigentlich egal sein. War jedenfalls eine schöne Idee von ihnen, uns das einmal zu zeigen. Weiter ging es entlang des Flusses. In diesen wiederum mündeten andere Bäche oder Flüsse, die jede Menge Chemie mit sich herum-trugen. Bis wir dann endlich zum Old Faithfull kamen. Dieser Geysir spuckte in regelmäßigen Abständen (30 – 120 min) eine fast 60 m hohe Wasser Fontaine in diesem Fall den Wolken entgegen. Bei klarer Sicht ist das ganz bestimmt besser zu erkennen.

In bestimmten Bereichen konnte man noch näher an die verschiedenen Geysire. Die Blue Star Quelle hatte jedenfalls eine Wassertemperatur von 88° C. Das würde sicher genügen ein paar Eier zu kochen oder sich auch nur die Hand zu verbrühen. Man konnte überall sehr gut auf den vorgesehenen Pfaden gehen. Unterlassen sollte man diese Wege zu verlassen. Der Untergrund war überall brüchig und nicht besonders belastbar. Die Chinaman Quelle war noch ein paar Grad wärmer. Sie war auch vom Geruch her intensiver. Wir genossen diese Sehenswürdigkeiten. So manche Pause musste herhalten. Das war wunderbar, denn so konnten wir all diese Naturschönheiten noch intensiver in uns aufzunehmen. Da konnte man sich auch die Zeit nehmen bis zum nächsten Ausbruch zu warten. Natürlich nahmen wir uns die Zeit. An allen Ecken dampfte und zischte es. Ein Wunder, dass sich trotzdem noch Tiere hierher verirrten. Wobei die Tiere kaum Angst vor den Menschen hatten. Es war eine total andere Welt, trotzdem fühlten wir uns wohl und nahmen alle neuen Eindrücke, und das waren viele, in uns auf. Die unten aufgeführte Karte zeigt uns dann, wo wir was finden konnten. Wir waren gerade erst beim Old Faithfull und wollten als nächstes die Mammoth Hot Springs ansehen. Vielleicht wird das erst morgen etwas, denn der Weg dorthin ist uns, für den heutigen Tag zu weit. Also nahmen wir mit was uns unterwegs so geboten wurde.

Die hier angezeigten Bilder können das, was wir gesehen haben, gar nicht widerspiegeln. Ob es ein Geysir gleich neben einem Fluss, oder auch nur ein Bach, der in vielen verschiedenen Farben sich in einen Fluss ergoss. So viele Eindrücke hatten wir nicht erwartet, nahmen sie aber dankbar an und auf. Wir konnten uns gar nicht satt sehen an all diesen uns, bis dahin unbekannten Dingen. So ging der nächste Tag vorbei. Die Planung für die nächsten Ziele lief bei uns auf Hochtouren, dieses allerdings nur so nebenbei. Wir wollten uns Mammoth Hot Springs ansehen. Eine Vorstellung davon hatten wir nicht, das sollte aber nicht das Problem sein. Die Gibbon Falls die wir auf dem Weg dorthin sahen, waren nicht so spektakulär, aber nicht minder interessant. Es war heute Morgen noch etwas diesig, das sollte sich aber im Laufe des Vormittags ändern. Bereits am Undine Wasserfall wurde es bereits merklich heller. Auf dem Weg zu den Kalkablagerungen war das eine sehenswerte Abwechslung.

Was wir als Kalkablagerungen erwartet hatten, entpuppte sich für uns, die wir aus dem Norden und somit relativ flachen Bereich Deutschlands kamen, als gewaltige Hügellandschaft. Die verschiedenen Farben in diesen Hügeln sahen schon etwas seltsam aus. Das ließe sich bestimmt erklären. Für uns aber im Moment nicht wichtig. Es sah einfach nur ganz toll aus. Wie auch die Pflanzen oder sogar Bäume mit einbezogen worden waren, das zeugte von der Unbeugsamkeit der Natur. Es dauert sicher Jahrtausende, um so etwas zu erschaffen. Dabei noch auf die Farben achten, ist ganz bestimmt nicht so einfach. Es war schon ein Anblick, den wir wohl nicht so schnell vergessen werden. Mit den abwechselnden Farben, von schneeweiß, die ja eigentlich keine Farbe ist bis schokobraun, war fast alles vertreten. Dieser Trip in eine Welt, die wir bisher nicht kannten, hat sich mal so richtig gelohnt. Von den bisherigen Unternehmungen, die wir auf diesem Kontinent unternommen haben, waren die letzten etwa 14 Tage die bisher interessantesten. Mal sehen was uns noch so erwartet. Selbst wenn es bei diesen Eindrücken bleiben sollte, dann gehört der Besuch dieses Parks mit Sicherheit zu dem, was man anderen getrost empfehlen kann. Man muss nur ein wenig flexibel sein und sich auf unterschiedliche Wetterlagen einstellen können. Hier könnte man Tage zubringen.

Doch wir hatten noch einiges mehr vor. Als nächstes stand der „Grand Canyon of the Yellowstone“ auf dem Programm mit seinen etwas größeren Wasserfällen. Das wollten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Wir waren dann noch in dem Bereich, wo das Wasser über die Kante rauscht. Erst wenn man dort steht und das Ganze beobachtet, dann wird einem erst so richtig klar, wie klein und unscheinbar man als Mensch doch gegen die Natur ist. Wir waren fasziniert von diesen Naturschauspielen. Gerne hätten wir noch ein paar Tage länger in diesem Park verbracht, aber die Arbeit ruft schon wieder. Wir müssen so langsam zurück. Die Entscheidung ob den gleichen Weg zurück, oder ein klitzekleiner Umweg über Alberta, stellte sich nicht so richtig.

Gerd

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